Persönliche Gedanken zur Fashion Week

Persönliche Gedanken zur  Berlin Fashion Week Modeblog Nähblog DIY Blog

Wie in den vergangenen Jahren habe ich auch diesen Sommer wieder die Berlin Fashion Week besucht – vielleicht habt ihr mich ja via Instagram Stories begleitet ;) Bei meiner Heimfahrt hatte ich nicht nur jede Menge Inspiration, sondern auch Gedanken und Zweifel im Gepäck. Deshalb entschied ich, statt den üblichen Tag-1-Tag-2-…-Beiträgen einen sehr persönlichen Blogpost zu schreiben, um meine Gedanken mit euch zu teilen.

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Das E-Werk in Berlin

Wie immer hatte ich im Großen und Ganzen eine tolle Zeit in Berlin und es wird sicher nicht meine letzte Fashion Week gewesen sein, aber für mich war diese erste Juli-Woche geprägt von ganz gegensätzlichen Empfindungen. Zum einen war da das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, denn ich habe einige bekannte und liebgewonnene Gesichter gesehen und durfte viele inspirierende und freundliche Menschen kennen lernen. Zum anderen war da aber auch das Gefühl, irgendwie nur halb dazuzugehören, denn als vergleichsweise kleine Bloggerin fühle ich mich bei solchen Events häufig als Fashionista zweiter Klasse. Das hemmt mich auch in sozialer Hinsicht irgendwie und ich bin deutlich zurückhaltender, als ich es vermutlich sein sollte. Neben der wahnsinnig tollen Inspiration durch die Mode – sowohl auf dem Laufsteg als auch auf der Straße – und meiner Freude über die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten machte sich auch eine gewisse Erschöpfung in mir bemerkbar. Eine Erschöpfung, die vielleicht an dem ganzen Gerenne bei 30 Grad lag, vielleicht aber auch an den immer gleichen Abläufen. Ihr wisst, ich finde, Mode ist alles andere als oberflächlich – die Berlin Fashion Week ist es zu einem großen Teil schon.

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Das Finale der wunderschönen Lana Müller Show

Jeden Tag ein selbstgemachtes Kleidungsstück – Individualität oder Uniform?

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Da ich mich mit diesem Blog hier in letzter Zeit mehr auf Nähen und DIY – selbstverständlich immer noch modisch – fokussiere, habe ich mir vorgenommen, auf der Fashion Week jeden Tag mindestens eine Eigenkreation zu tragen. Das habe ich auch durchgezogen und unglaublich positives Feedback dafür bekommen. Das bestärkt mich in der Entscheidung zu mehr Individualität, die ich damit getroffen habe. Im Gegensatz dazu muss aber jeder, der auf Blogger Events und den Schauen unterwegs ist, eine Art Uniformierung des Erfolgs feststellen – zumindest habe ich es so wahrgenommen, dass viele der erfolgreichen Bloggerinnen recht ähnlich angezogen und gestylt sind. Wie passt das also zusammen? Die Antwort habe ich für mich noch nicht gefunden. Ihr seht - Gegensätze in meinem Kopf. So kam mir auch gelegentlich der Gedanke „Was mache ich eigentlich hier?“ und einige Stunden später saß ich wieder in einer Show und war total inspiriert, dann dachte ich „Ja, genau deshalb bin ich hier!“

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Gesangseinlage bei der Maisonnée Show
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Runway Look bei Rebekka Ruétz
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Runway Look bei Yooneeque

Was war los auf der Berlin Fashion Week?

Nach all diesem Gefühlschaos aber noch ein paar konkrete Fakten und Beobachtungen. Die Fashion Week fand wie im Winter wieder im E-Werk statt, war aber deutlich besser organisiert und insgesamt schöner aufgezogen. Einige Shows und Events waren zentrumsnah in Berlin verstreut. Wie eigentlich immer haben mir die Kollektionen von Maisonnée, Irene Luft, Rebekka Ruétz und Ewa Herzog sehr gut gefallen. Die Shows von Lana Müller und Yooneeque habe ich zum ersten mal gesehen und war sofort begeistert. Sportalm hatte ein Jubiläum zu feiern und machte aus der Show ein tolles Event mit vielen Liveacts, die Mode – ausgenommen die Dirndl – war aber nicht ganz mein Fall. Die Fashion Hall, eine Show bei der Designer aus unterschiedlichen Ländern ihre Kreationen vorstellen, war ein schöner Start in die Woche – wie zu erwarten gefielen mit manche Kollektionen total gut, andere weniger. Besonders gefreut habe ich mich, die Hüte von Elisabeth Spatz – eine sehr nette und talentierte Hut-Designerin aus Passau – bei der Greenshowroom Selected Show zu sehen. Diese Show hat mir übrigens deutlich besser gefallen als die Shows der letzten Jahre im Rahmen der Messe Greenshowroom/ Ethical Fashion Show. Auch das Fashion Blogger Café und die Hashmag Blogger Lounge habe ich natürlich wieder besucht.

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Inspirationen von der Hashmag Blogger Lounge

Im Winter machen die Berlin Fashion Week und ich eine Pause

Wie immer hatte ich eine schöne Zeit, diesmal war es für mich aber auch eine nachdenkliche Woche. Ich denke, ich werde im Winter nicht nach Berlin fahren, sondern lieber im März die H+H in Köln besuchen – das passt super, um meinen Näh-Schwerpunkt weiter auszubauen. Ich freue mich, auch die vielen lieben Nähbloggerinnen, die ich bis jetzt eigentlich nur online kenne, mal in real life zu sehen. Die Berlin Fashion Week und ich sollten wohl mal eine Saison Beziehungspause einlegen – schon alleine, damit ich das Privileg, überhaupt dabei sein zu dürfen, wieder mehr wert schätzen kann.

 

Könnt ihr meine Gedanken nachvollziehen?

Wart ihr auch schon mal auf der Fashion Week?

Interessieren euch solche persönlichen Gedanken?

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Inspirationen vom Ewa Herzog Showroom

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Kommentare: 2
  • #1

    Sarah von Fashion-Library (Mittwoch, 11 Juli 2018 22:38)

    Wow! Das ist mal ein ehrlicher Text, Susi. Finde ich richtig gut und deckt sich mit meinen Eindrücken vom Sofa aus. Interessante Feststellung mit der Uniformierung... Ich möchte dir aber sagen, dass du für MICH auf gar keinen Fall "Fashionista zweiter Klasse" bist. Du bist und bleibst für mich einer der Top Favoriten in der Bloggerszene. Bekannt und beliebt sein, ist doch keine Sache von Zahlen, sondern, was du vermitteln kannst. Und dir nehme ich es ab, was du tust und schreibst. Das finde ich gut. Bleib dir bitte treu. Und btw, ich würde auch Mal gern auf die FW, aber dann tue ich so, als ob alle nur für mich da wären �

    Ganz liebe �Grüße

  • #2

    Susa (Dienstag, 17 Juli 2018 09:21)

    Liebe Susanne,
    natürlich habe ich deine Storys rund um die MBFW aufmerksam verfolgt.
    Die ganze FW ist ein Sehen und Gesehen werden. Bei vielen anderen Bloggern habe ich ähnliche kritische Gedankengänge gehört/gelesen. Ich bin zwiegespalten was die Fashion Week angeht.
    Bisher habe ich es zeitlich nicht geschafft nach Berlin zu fahren, aber für nächstes Jahr im Sommer habe ich mir zumindest den Vorsatz gesetzt, dass ich versuche auf die MBFW zu fahren. :)

    Allerliebste Grüße,
    Susa

    www.MISSSUZIELOVES.de