Schneller, höher, weiter

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Es ist so ein Phänomen unserer Zeit: Zufriedenheit ist OUT! Zufrieden? Wer will das schon sein? Schneller, höher, weiter ist das Lebensmotto!

 

Dass zu viel Vergleichen für uns selbst nicht gut ist, wissen wir, es schürt nur Neid und Unzufriedenheit! Leider sind wir aber auch mit den Erwartungen anderer Menschen und der Gesellschaft konfrontiert. Ja sicher, man kann sich als Einsiedler auf einen Berg oder in ein Kloster zurückziehen und sein Leben zufrieden mit Gänseblümchenzählen, Gemüse pflanzen und Beten verbringen - eigentlich eine schöne Vorstellung, aber wer macht das schon? Stattdessen passen wir uns den Erwartungen an, manche mehr, andere weniger. Und wir wollen immer mehr, immer höher, immer weiter kommen. Sicher trägt auch die moderne Konsumgesellschaft mit Werbung und Co. zu diesem Druck bei. Von meinen Gedanken zum Thema Erfolg habe ich euch kürzlich erzählt, aber ich möchte an dieser Stelle noch einen Aspekt hinzufügen.

Erfolg

 Leider hat auch Erfolg mittlerweile einen etwas faden Beigeschmack, denn alles muss immer weiter gesteigert werden! Eine gut gemeisterte Aufgabe deutet nur auf das nächste anstehende Projekt hin. Wer einen Bestseller gelandet hat, von dem wird sofort das nächste fantastische Buch erwartet. Auf den Lorbeeren Ausruhen ist nicht drin! Irgendwie schade, oder? Kann man Erfolg so noch genießen?

Liebe

Ein anderes Beispiel: Oft wird meine Generation als "Generation Beziehungsunfähig" bezeichnet - ich stimme dem nicht zu, aber auch falsche Behauptungen haben oft eine Wahrheit als Ursache. Wir wollen immer mehr, vielleicht läuft ja irgendwo da draußen noch ein Mensch herum, der besser zu uns passt als unser aktueller Partner. Aus diesem Gedanken entwickeln sich Beziehungsmodelle wie "Mingle" (Mixed + Single) oder offene Beziehungen. Vielleicht sehe ich das etwas überspitzt, aber wer bitteschön soll glücklich oder zufrieden sein, wenn er immer noch auf etwas besseres wartet?

Glück

Vielleicht sollten wir versuchen, diesem Hamsterrad zu entkommen, unsere Vorstellung von Erfolg, Liebe und Glück vielleicht erweitern und manchmal einfach ein bisschen zufriedener zu sein. Uns bewusst über die kleinen Erfolge, das kleine Glück freuen: neben einem Menschen aufzuwachen, den wir lieben oder jemandem eine Freude zu machen, einen Streit bewältigen oder eine Karte für ein tolles Konzert zu ergattern. Dafür werden wir sicher nicht gelobt, kein Chef klopft uns auf die Schulter und es gibt auch keine tausend Likes auf Instagram dafür. Aber es sind ganz persönliche Momente, die uns glücklich machen. Wir sind nicht nur erfolgreich, wenn uns Großes gelingt. Nach den eigenen Werten und Vorstellungen zu leben, das ist Erfolg und Glück! Eigentlich brauchen wir keinen, der uns lobt, wir wissen selbst, was wir leisten, wenn wir tun, was uns wichtig ist. Aber es erfordert Mut, nicht immer mit den Strom zu schwimmen.

 

Was denkt ihr über Erfolg, Liebe und Glück?

Fühlt ihr euch vom Schneller-Höher-Weiter-Phänomen unter Druck gesetzt?

In welchen Momenten seid ihr zufrieden oder glücklich?

 

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Kommentare: 9
  • #1

    Melissa (Mittwoch, 17 August 2016 14:31)

    Ich bin ganz deiner Meinung - ein bisschen mehr Zufriedenheit würde uns allen gut tun!

  • #2

    Sassi (Freitag, 19 August 2016 08:35)

    Toller Beitrag! Lieder stimmt es, immer dieses streben nach mehr. Ich habe dieses Jahr mein Abi gemacht und nach einem kurzen "Toll gemacht" kam dann schon wieder "und was machst du jetzt? Hoffentlich doch was gescheites". Schüler die sich ein Jahreszeit nehmen werden missmutig beäugt statt ihnen diese Pause zu gönnen. Lieder wird man selber immer wieder mit riengezogen und vergleicht und Kämpft... dann muss auch ich mich wieder erinnern, dass ich mich so einfach nicht entspannen kann. Ohne Entspannung habe ich starke Kopfschmerzen und wer kann so glücklich und zufrieden sein.
    Es ist und bleibt eben ein Stückchen Arbeit an sich selbst ;)
    Liebste Grüße
    Sassi
    www.besassique.com

  • #3

    FAIRY TALE GONE REALISTIC (Freitag, 19 August 2016 11:42)

    Liebe Sassi,
    die Frage "und wie geht's dann weiter?" kenne ich nur zu gut und sie ist Ausdruck dessen, was ich mit dem Post sagen will! Leider wird es im Studium nicht besser :(
    Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich zu entspannen... Ich wünsche dir viel Glück dabei, gegen den Strom zu schwimmen =)
    Liebe Grüße

  • #4

    Charli (Dienstag, 23 August 2016 17:53)

    Oh, ein sehr schöner Beitrag. Das mit der Liebe kann ich zwar noch nicht beurteilen, aber diese Vergleicherei ist schon in der Schule nervig. Und auch die daraus entstehende Unzufriedenheit macht es nicht besser. Es beginnt also schon sehr früh, dass da etwas schief läuft. Aber vielleicht gibt es irgendwann mal ein Unterrichts-Fach, das uns "Glücklichsein" beibringt. ;)
    LG von Charli

  • #5

    FAIRY TALE GONE REALISTIC (Dienstag, 23 August 2016 22:29)

    Liebe Charli,
    ein Unterrichtsfach "Glücklichsein" hätte ich auch gerne gehabt ;)

  • #6

    Sandy (Mittwoch, 24 August 2016 00:03)

    Glück ist so ein vielseitiges und tiefes Thema. Man kann auf so wahnsinnig vielen Ebenen glücklich und auch unglücklich sein.
    Ich denke die Schwierigkeit liegt daran, dass wir dazu neigen, immer mehr haben zu wollen. Dabei ist es egal, ob es um Erfolg oder Liebe geht. Immer schneller, höher, weiter. Wie du schon sagtest.

    Es braucht aber so wenig um glücklich zu sein. Das vergessen wir nur leider schnell mal.

    Besten Gruß
    Sandy von http://ownblack.net/

  • #7

    Eli (Freitag, 26 August 2016 20:42)

    Toller Beitrag. Ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass es öfters wichtig mal inne zu halten und sich klar zu machen wie dankbar man eigentlich sein müsste. Das geht oft unter im Alltag. Was Liebe angeht, finde ich es schwierig eine allgemein gültige Aussage zu treffen. Da muss jeder seinen eigenen Weg finden und auch offene Beziehungen haben manchmal nichts mit auf etwas besseres warten zutun! Ich verstehe aber deinen Ansatz! Toller Beitrag! Danke für deinen lieben Kommentar auf meinem Blog! :)
    Liebe Grüße
    Eli
    www.doctorsfashiondiary.jimdo.com

  • #8

    Patty (Samstag, 10 September 2016 13:43)

    Dein Post ist wirklich toll geworden. Ich denke dieses Thema spielt eine sehr große Rolle in unserer Generation. Die meisten Menschen geben sich nie mit dem zufrieden was sie haben und das meiste wird als selbstverständlich angesehen. Leider merkt man dann immer im Nachhinein, das viele Dinge überhaupt nicht selbstverständlich sind !

    Liebe Grüße :)
    <a href="http://www.measlychocolate.de
    ">Measlychocolate by Patty</a>

  • #9

    Selina (Freitag, 03 März 2017 19:20)

    Toller Beitrag! Ich bin ganz hin und her gerissen, denn heutzutage ist es wirklich nicht leicht, sich mit dem zufrieden zu geben, was man hat. Vor allem beruflich kann ich dieses ewige Streben gut nachvollziehen. Aber im privaten Umfeld sollte man viel öfter mal bewusst in sich gehen und dankbar / zufrieden sein für alles, was man hat. Egal, ob Familie, Freunde oder Gesundheit!