#JPGMuc - From Sidewalk to Catwalk

Endlich schaffe ich es mal, über diese Wahnsinnsausstellung zu schreiben!

 

Sicher habt ihr alle schon von der Jean Paul Gaultier Ausstellung in der Kunsthalle München gehört, sie läuft ja schon eine Weile. Vielleicht waren einige von euch auch schon da.

Es geht um einen der interessantesten Designer unserer Zeit - einen der wenigen, die sich noch trauen, uneingeschränkt kreativ zu sein und nicht auf Tragbarkeit oder Verkäuflichkeit zu achten. Viele seiner Entwürfe kannte ich schon von Bildern, aber die Ausstellung war trotzdem sehr überraschend und inspirierend für mich.

Kunst an der Puppe

Ich persönlich hatte damit gerechnet, dass hauptsächlich Zeichnungen, Skizzen und Fotos gezeigt werden - da hatte ich mich geirrt! Der größte Teil der Ausstellung besteht aus den echten Kollektions-Teilen, das heißt: Den auf Kleiderpuppen in den Räumen der Kunsthalle verteilten Couture-Kunstwerken kann man ganz nah kommen. Ich war überwältigt, studierte die unterschiedlichen Materialien, betrachtete die Silhouetten von allen Seiten und konnte sogar die Verarbeitung inklusive der einzelnen Nähte erkennen. Unterstützt wird die Wirkung der Ausstellungstücke durch verschiedene multimediale Effekte sowie einige Bilder, die eine einzigartige Stimmung erzeugen.  Leider wurde meine andächtige Bewunderung für Gaultiers Arbeiten von einigen nervigen plappernden Kindern und deren ebenso plappernden Eltern gestört. Die ganze Horde machte ununterbrochen Selfies, obwohl das Fotografieren eigentlich verboten ist. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Kinder! Aber wenn sie die Ausstellung sowieso nicht interessiert, sollten die Eltern auch nicht mit ihnen hingehen. Ich gebe zu, ich war etwas genervt.

Das Leopardenfell

Trotz der unnötigen Störfaktoren konnte ich die Kleidungsstücke eingehend unter die Lupe nehmen und erlebte dabei einige Überraschungen. Ein Beispiel: Ich betrat einen der letzten Räume der Ausstellung und erblickte ein Kleid, auf das ein Leopardenfell appliziert war. Allem Kunstverständnis zum Trotz, regte sich die Tierschützerin in mir und ich war etwas skeptisch. Ich halte es einfach nicht für nötig, ausgefallene Felle von wilden Tieren, die oft sowieso in ihrer Existenz bedroht sind, in der Mode zu verwenden, wie es Gaultier häufig tut. Dieses Leopardenfell war so plakativ, dass es mir mehr ins Auge fiel als die vielen Pelzbesätze an den anderen Kleidern. Ich näherte mich also dem toten Leoparden und erlebte eine Überraschung. Das Fell bestand komplett aus kleinen Glasperlen - nix da toter Leopard! Was ich für einzelne Haare gehalten hatte, waren Perlenfäden!

Künstlerische Inspiration

 

 

 Was ich aus dieser wunderbaren Ausstellung mitnehme, sind viele märchenhafte Bilder und der Vorsatz, in meinen eigenen Näharbeiten und Designs wieder etwas mutiger zu sein und meine Kreativität einfach mal raus zu lassen.  Ich finde, diesen Vorsatz kann man auf das ganze Leben anwenden, oder zumindest auf viele verschiedene Lebensbereiche. Im Rahmen der Ausstellung gibt es ein breit gefächertes Rahmenprogramm für unterschiedliche Altersgruppen. Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass mich die vielen schönen Kleider nochmal AFTERWORK sehen werden, denn am 16.12. und am 20.1. ist die Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet.

 

Falls ihr noch nicht da wart, geht hin! Ich kann die Ausstellung nur empfehlen!

Wart ihr schon in der Jean Paul Gaultier Ausstellung? Wie hat es euch gefallen?

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Kommentare: 3
  • #1

    Sarah (Freitag, 27 November 2015 12:39)

    Ich wünschte ich könnte die Ausstellung auch sehen, aber München ist einfach zu weit weg :(
    Liebe Grüße
    Sarah

  • #2

    Christina Violet (Samstag, 28 November 2015 16:13)

    Klingt sehr toll! Ich nehme mir gefühlt seit Wochen vor, diese Ausstellung zu besuchen! Jetzt muss ich wirklich mal hin :)

    Gruß
    www.ladresstina.com

  • #3

    fashiontipp (Donnerstag, 03 Dezember 2015 01:06)

    Ich wollte schon seit langem die Ausstellung besuchen. Danke dir für deinen Artikel! Jetzt habe ich richtig Lust