Naturfasern - Stoffe machen Kleider

Kleidung und Mode sind Bestandteile unseres Lebens, aber wie oft machen wir uns Gedanken darüber, was wir eigentlich tragen? Damit meine ich nicht, ob das T-Shirt von H&M ist oder von Prada, und auch nicht, ob es aus der neuen oder aus der vorvorletzten Kollektion stammt. Mir geht es in diesem Beitrag darum, was wir wirklich tragen, nämlich viele unterschiedliche Materialien unterschiedlicher Herkunft und Herstellung und mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Für alle, die gerne selbst Mode entwerfen und nähen so wie ich, ist es wichtig, einen kleinen Einblick in  Materialien zu haben, aber auch Nähunbegeisterte profitieren von diesem Wissen. In diesem Beitrag soll es vor allem um natürliche Materialien gehen.

Grob kann man Stoffe in gestrickte und gewebte Stoffe unterteilen. Gestrickte Stoffe dehnen sich und passen sich so gut an die Körperformen an. Gewebte Stoffe wirken oft etwas fester, können aber wunderschöne Silhouetten schaffen, allerdings gibt es auch hauchzarte Webstoffe. Es gibt unzählige  Stoffe und Materialien - alle könnte ich hier gar nicht beschreiben, aber auf einige, die sicher jeder kennt, gehe ich näher ein.

Jersey - Das gute alte T-Shirt

Das T-Shirt haben wir alle im Schrank. T-Shirts sind aus einem dehnbaren Stoff, der aus vielen Maschen besteht, wie ein Strickpulli, nur eben viel feiner und mit dünneren Fäden. Dieser Stoff heißt Jersey. Das wissen sicher die meisten. Aber Jersey ist nicht gleich T-Shirt. Wichtig ist nicht nur das Gewebe, sondern auch das Material: viele T-Shirts haben einen Anteil an Baumwolle und einen Anteil dehnbaren künstlichen Fasern wie Elastan, auch Viscose ist häufig enthalten. Natürlich werden nicht nur Shirts aus Jersey hergestellt, sondern auch Hosen, Jacken und vieles mehr. Wenn man mit diesem Stoff arbeiten möchte, sollte man einen Stich wählen, der sich mit dem Material mit dehnt - sonst reißen die Nähte schon bei der Anprobe! Eine spezielle Jersey-Nadel ist ebenfalls zu empfehlen.

Baumwolle - Kleine weiße Wattebällchen

Und wo wir schon einmal bei Baumwolle sind: die wächst, wie der Name schon sagt, auf Bäumen, oder eher auf Sträuchern. Wenn sie geerntet wird, sieht sie aus wie eine kleine weiße Wolke. Aus vielen dieser Wölkchen wird in unzähligen Arbeitsschritten (Waschen, Kämmen, Spinnen,...) der Jersey-Stoff für ein T-Shirt. Baumwolle ist also ein natürliches und pflanzliches Produkt, soviel steht schon mal fest. Allerdings sollte man beachten, dass die Fasern oft schon am Strauch mit Chemikalien behandelt werden - Bio-Baumwolle zu kaufen, macht also durchaus Sinn! Baumwolle oder auch Cotton ist ein vielfältiges Material und es wäre doch schade, daraus nur Jersey zu machen. Es gibt viele weitere Stoffe, die Baumwolle enthalten können: Jeans, Popeline, und, und, und,...

Seide - Von Raupen und Blusen

Auch Seide ist ein natürliches Produkt, allerdings müssen dafür Tiere ihr Leben lassen. Seide wird nämlich aus dem Kokons von Seidenspinnern gewonnen. Mit anderen Worten: Die verpuppten Larven werden getötet und die Fäden des Kokons, in den sie sich eingesponnen haben, werden verwertet. Ob das vertretbar ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden! Aber keine Panik: Die wenigsten glänzenden Stoffen sind wirklich aus echter Seide. Der glänzende Webstoff - genannt Satin - wird in den meisten Fällen aus synthetischen Fasern hergestellt . Dafür müssen keine Seidenspinner sterben.

Es geht an die Wolle

 

Es gibt viele Arten von Wolle. Im engeren Sinne wird unter Wolle oder Schurwolle das geschorene Fell von Schafen verstanden. Daraus werden unter anderem Pullover und Socken gestrickt, die im Winter warm halten. Im weiteren Sinne bestehen jedoch viele edle Materialien aus Wolle: Kaschmir zum Beispiel wird aus dem Fell von Kaschmirziegen gemacht, Merino aus dem von Merinoschafen und Angora aus dem Fell von Kaninchen. Ich persönlich bin mit Angora sehr vorsichtig. Es gibt immer wieder Dokus und Reportagen über misshandelte Angorakaninchen, denen das Fell nicht geschoren, sondern ausgerissen wird. Angenehm stelle ich mir so eine Behandlung nicht vor. Das können zwar auch nur Einzelfälle sein, aber man weiß ja nie ...

 

Dies ist nur ein winziger Einblick in die Welt der Stoffe und Materialien, aber ich hoffe, der eine oder andere fand den Beitrag informativ oder zumindest unterhaltsam.

 

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